GRANIT, SANDSTEIN, SCHIEFER, MARMOR und mehr …
Unendlich viele Arten, unendlich viele Namen und unendlich viele Einsatzmöglichkeiten – Stein ist eines der interessantesten Naturprodukte der Erde. Stein kommt auf der ganzen Welt vor, in allen Farben und in den unterschiedlichsten Verbindungen, sodass jede Terrasse, jedes Stiegenhaus und jeder Grabstein seine individuelle Note schon alleine aus dem Material erhält.
Hier eine kurze Beschreibung der geläufigsten Materialien:
GRANIT & GNEIS
Diese Hartgesteine sind magmatische Tiefengesteine, wobei verschiedene Mineralien durch Aufschmelzen im Erdinneren vermengt wurden. Diese Mineralien geben dem Gestein Farbe, Schimmer und Struktur. Zu den Hauptbestandteilen gehören in der Regel nur drei Mineralien: Feldspat, Quarz und Glimmer. Als Handelsname wird üblicherweise nur Granit oder Gneis verwendet. Die sehr harten und dichten Sorten sind durch tektonische Verschiebungen unterhalb der Erdkruste erstarrt. Umso näher die Masse an der Oberfläche erstarrte, umso niedriger ist die Dichte; Diese Granite haben auch oft eine hellere Färbung. Ein Zeichen für tiefe Erstarrung ist die dunkelgraue bis schwarze Färbung – schwarz auch Plutonite oder Gabbro genannt. Gelbe Färbung deutet auf Eisenoxid nahe der Oberfläche hin und hat eine geringere Dichte. Zu den Ergussgesteinen gehören die so genannten Vulkanite, wie Basalt und Diabas. Diese Vulkanite sind meist weicher, nicht so hoch polierfähig und nicht zu 100% säurebeständig. Das Gleiche gilt für in Gängen eingedrungenes und erstarrtes Ergussgestein, oft als Ganggestein bezeichnet.
MARMOR bzw. KALKSTEINE
Der edelklingende Marmor kommt nicht wirklich oft vor. Um sich den Namen Marmor zu verdienen, muss ein kalkgebundenes Sedimentgestein erst unter Hitze und Druck umgewandelt worden sein. Durch diese Metamorphose wurde das Sedimentgestein kristallin. Polierfähiges Kalkgestein wird auch meist als Marmor bezeichnet. In jedem Fall sind alle Marmore Sedimentgesteine, die aus abgewitterten, abgelagerten Kalksteinen, mit dem natürlichen Bindemittel Calcit, wieder zu einem Material verkittet wurden. Je nach Lage und Feinheit der Körnung konnten ganz feine Kalksteine oder auch Brekzien und Konglomerate entstehen. Die Farbe wurde vom abgelagerten Material oder dem Einfließen von Mineralien bestimmt; Es kam auch vielfach zu einer Mehrfarbigkeit. Findet man versteinerte Meerestiere, Muscheln oder Skelettreste, spricht man von biogenen Sedimenten. Muschelkalke sind Ablagerungen aus den Weltmeeren. Kalksteine sind nicht säurebeständig.
SCHIEFER
Metamorphe Sedimentgesteine aus parallel angeordneten dünnen Schichten, die spaltbar sind, werden allgemein als Schiefer bezeichnet. Als Bunt- und Tonschiefer bezeichnet man Gesteine, die neben Tonmineralien und Feldspat auch Quarz und farbgebende Mineralien wie Chlorite (grün), Hämatite (rot) oder Bitumina (schwarz) enthalten. Die Oberflächenbearbeitung ist meist spaltrau oder fein geschliffen. Die Farbskala dieses Materials reicht von dunkelgrau bis schwarz, rötlich, grünlich und bis bunt gemischt. Einige Tonschieferarten, z. B. diejenigen aus Italien, sind kalkhaltig und deshalb säureempfindlich!
Glimmerschiefer sind Tonschiefer, die aus Quarz und zu Tonmineralien zersetztem Feldspat bestehen und bilden im Zwang der Metamorphose (Umwandlung) besonders viel Glimmer. Diese spezielle Schieferart ist hart und sehr widerstandsfähig und darf nicht mit den weichen Bunt- und Tonschieferarten verglichen werden. Die Oberflächenbearbeitung ist meist spaltrau oder fein geschliffen. Die Farbe dieser kristallinen Gesteine reicht von hellgrau bis dunkelgrau.
SANDSTEIN
Die wichtigsten Entstehungsräume für Sandsteine sind die Meere. Der Sand stammt aber meist vom Festland und wird durch Flüsse und Meeresströmungen an seinen endgültigen Ablagerungsort transportiert. Es gibt aber auch zahlreiche Sandsteinvor-kommen, die auf dem Festland entstanden sind. Durch den Auflastdruck der jüngeren, oben liegenden Ablagerungen und die natürlichen Chemikalien des Meer- oder Grundwassers kommt es zur Verfestigung des Sandes. Je nach Sand- und Bindemittelanteil unterscheidet man zwischen Kalksandstein und Quarzsandstein.
Quarzsandstein trifft man hauptsächlich in Asien und Brasilien an. Im Unterschied zum kalkgebundenen Sandstein wurde Quarzsand mit natürlichem Silikat verkittet und ist deshalb widerstandsfähiger als Kalksandstein. Die Säurebeständigkeit ist trotzdem zu prüfen! Der frostsichere nordindische Quarzsandstein, der gerne auch für Grabanlagen verwendet wird, wird ob der interessanten Farbgestaltung Cobra genannt.
KALKSANDSTEIN
Dieses Gestein trifft man hauptsächlich in Europa an. Es besteht in erster Linie aus feinem Kalksand, verkittet mit natürlichem Calcit. Hier kann es auch zu einer Mischung von Sanden kommen wie z. B. Kalksand, Quarzsand, Serpentin usw. Die Oberflächen sind kratzempfindlich und auch nicht säurebeständig!
Der St. Margarethener Kalksandstein wird in Burgenland abgebaut und ist ein beliebtes Baumaterial. Eines der bekanntesten Bauwerke ist der Wiener Stephansdom.
TRAVERTIN
Travertin ist ein mehr oder weniger poröser Kalkstein und besteht fast ausschließlich aus Calciumcarbonat. Meist ist er beige bis gelblich, jedoch gibt es den Travertin auch in einem interessanten Flamingorot oder im intensivgelben Antik Gold.
Vorallem bei Terrassen wird der natürliche Kalkstein gerne verlegt. Frostsicher und mediterran schön eignet er sich ausgezeichnet für Poolumrandungen und Außengestaltungselemente. Für den Innenbereich werden oftmals die groben Löcher mit farbangepassten Kunstharzen ausgefüllt, sodass eine einfache Reinigung garantiert ist.


