12. Juni – Steinmetze in Verantwortung

| 12. Juni – Steinmetze in Verantwortung

CSR – ein Begriff, der in der heutigen Unternehmenswelt kaum noch wegzudenken ist. Er steht für Unternehmensaktivitäten, die über das Tagesgeschäft hinausgedacht werden.  STEIN zeigt, wie Steinmetzbetriebe das in ihre Unternehmenskultur implementieren können. 

Wofür steht CSR?

CSR steht für Corporate Social Responsibility und bezeichnet eine verantwortungsvolle Unternehmensführung mit

– fairen Geschäftspraktiken,

– mitarbeiterorientierter Personalpolitik,

– sparsamem Einsatz von natürlichen Ressourcen,

– Schutz von Klima und Umwelt,

– gesellschaftlichem Engagement und

– Übernahme von Verantwortung über die ganze Lieferkette hinweg

Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales

CSR-drei-saeulen-modell

Verantwortungsvolle und nachhaltige Unternehmensführung basiert auf der Berücksichtigung des Drei-Säulen-Modells: Ökonomie, Ökologie und Soziales. (Grafik: STEIN)

CSR in kleinen Unternehmen

Eine einfache Anleitung zur Implementierung von CSR anhand von fünf Schritten bietet der Leitfaden »CSR in Ein-Personen-Unternehmen« des »InnoTrain CSR«-Kompendiums auf www.csr-training.eu:

Schritt 1: Entscheiden, wofür das Unternehmen stehen soll.
Welche persönlichen, gesellschaftlichen, ökologischen und sozialen Werte im Unternehmen strategisch genutzt werden sollen und operativ umgesetzt werden können.

Schritt 2: Relevante Informationen sammeln.
Die Einführung von CSR basiert auf einer umfassenden Analyse der internen und externen Handlungsfelder in den Bereichen Unternehmen/Mitarbeiter, Markt, Umwelt und Gesellschaft

Schritt 3: Ziele setzen.
Auch die Ziele für einen Richtungswechsel zu CSR sollten auf Stärken im Unternehmen setzen, ohne dabei die Minimierung von Schwächen aus dem Blickfeld zu verlieren.

Schritt 4: Maßnahmen umsetzen.
Beständigkeit und Kommunikation sowie ein gewisses Durchhaltevermögen sichern Nachhaltigkeit und Glaubwürdigkeit von CSR-Maßnahmen und verhindern wohlgemeinten Aktionismus.

Schritt 5: Ergebnisse überprüfen und das Engagement kommunizieren.
Die Erfolge am Ende eines CSR-Prozesses zu kommunizieren bedeutet, dass CSR ihre Wirkung entfalten kann. Strategische Kommunikation ist allerdings auch während der Umsetzung einer »CSR-Politik der kleinen Schritte« von Nutzen.

CSR-Leitlinien: Daran können Sie sich halten
Die Europäische Kommission nennt fünf Grundsätze und Leitlinien, an die Unternehmen sich halten sollen:

1) Die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen verstehen sich als Katalog von freiwilligen Empfehlungen für verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln und umfassen u. a. Arbeitsbeziehungen, Menschenrechte, Umweltschutz, Offenlegung von Informationen, Korruptionsbekämpfung und Verbraucherschutz.

2) Die zehn Grundsätze des »Global Compact« plädieren u. a. für die Einhaltung der Menschenrechte und bestimmter Arbeitsnormen, wie dem Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit, die Berücksichtigung des Umweltschutzes und die Bekämpfung von Korruption.

3) Die ISO-Norm 26000 erklärt CSR-Prinzipien, wie Verantwortlichkeit, Transparenz und Netzwerkbildung und gibt Empfehlungen, wie Unternehmen sich verhalten sollen, um gesellschaftlich akzeptiert zu werden

4) Die dreigliedrige Grundsatzerklärung des Internationalen Arbeitsamtes (IAA) über multinationale Unternehmen und Sozialpolitik bezieht sich auf die Beschäftigung von Mitarbeitern, auf ihre Ausbildung, ihre Arbeits- und Lebensbedingungen sowie die Arbeitsbeziehungen. Sie beinhaltet u. a. die Aspekte Chancengleichheit, Arbeitsschutz und Vereinigungsfreiheit.

5) Die Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Unternehmen und Menschenrechte wollen die Einhaltung der Menschenrechte weltweit gewährleisten (auf Englisch).

 

Steinbruch-Kurt Bouda

Durch den Einsatz von heimischen Materialien schonen viele Steinmetze die Umwelt und können lange Transportwege vermeiden. (Foto: Kurt Bouda/pixelio.de)

Beispiele aus der Praxis

Auf den Homepages finden sich bei der Stichwortsuche in Suchmaschinen Statements von Steinmetzbetrieben zu sozialer Verantwortung oder Umweltengagement. Hier eine Auswahl:

– Der 30-jährige Steinmetz- und Bildhauermeister Sebastian Harich aus Neunkirchen ist Jahresbestmeister Steinmetz und Steinbildhauer 2012. Er hat sich 2013 selbstständig gemacht. Auf seiner Homepage www.steinmetz.nrw wird er im Menü „Bestmeisterporträt“ im Hinblick auf seine Verantwortung für Mensch und Natur so zitiert:
„Ich verwende in der Regel heimische Materialien. Auf diese Weise können Transportwege minimiert, unsere Umwelt geschont und zudem hiesige Arbeitsplätze erhalten bleiben. Außerdem achte ich sehr genau darauf, dass mein bezogener Stein Gütesiegel trägt, die anerkannten sozialen und ökologischen Standards entsprechen. Steine, die aus Indien oder China bezogen werden bergen stets das Risiko in sich, dass sie durch Kinderarbeit oder Lohnsklaverei abgebaut und bearbeitet wurden. Das toleriere ich nicht.“ Das betont er auch auf seiner Startseite, wo der Punkt „Sozial- und Umweltverträglichkeit“ neben „Einzigartigkeit“ und „beste Handwerksqualität vom Meister“ steht.

– Steinmetz- und Steinbildhauermeister und staatl. geprüfter Gestalter im Handwerk Gregor Schulte und Bildhauerin Kerstin Schulte aus Möhnesee-Büecke schreiben auf ihrer Homepage www.gregor-schulte.com im Menüpunkt „Über uns“ unter der Überschrift „Ökologische & soziale Verantwortung“:
„In unserem Umgang mit Holz und Naturstein greifen wir nach Möglichkeit auf heimische Materialien zurück. Dies schont unsere Umwelt aufgrund kurzer Transportwege und umweltverträglicher Abbau- und Produktionsmethoden. Zudem können wir auf diese Weise gerechte Arbeitsbedingungen garantieren. Sollten Sie ein Material wünschen, welches nicht aus unserer Region stammt, so kümmern wir uns gerne um zertifizierte Produkte.“

– Steinmetz- und – Steinbildhauermeister Jochen Herzog aus Kirchheim unter Teck ist seit über 20 Jahren selbstständig, seit 2001 in eigener Werkstatt. Nachhaltigkeit ist ihm wichtig, wie ein Reiter in der Menüleiste auf seiner Homepage www.stein-gestalten.de zeigt.
Zum Punkt „Material“ steht dort: „Die Arbeiten aus unserer Werkstatt werden aus heimischen bzw. europäischen Materialien hergestellt. So halten wir die Transportwege so klein wie möglich und haben weitgehend persönliche Einblicke in die Steinbrüche und Arbeits- und Produktionsweisen (u.a. gerechte Löhne, keine Kinderarbeit, Einhaltung von Umweltvorschriften) unserer Lieferanten. Auf Wunsch arbeiten wir alte Grabsteine um. Damit wird ein Stück Familiengeschichte gewürdigt und wertvolle Rohstoffe werden erhalten und neu genutzt.“

Beim Thema „Energie“ ist zu lesen:Den nachhaltig erzeugten Strom für unsere Produktion und unsere Geschäftsräume beziehen wir aus Überzeugung von den Elektrizitätswerken Schönau.“

– Steinmetz- und Steinbildhauermeister Georg Staubes aus Solingen ist Mitglied im Verband „Handwerk mit Verantwortung“. Er schreibt auf seiner Homepage www.georg-staubes.de auf der Startseite:

„Natursteingestaltung mit heimischen und regionalen Materialien: Bei der individuellen Gestaltung von Grabmälern stehen handwerkliche Steinbearbeitung, Schriftgestaltung, Ornamentik, Bildhauerische Arbeiten und die Verwendung von heimischen und regionalen Natursteinen im Vordergrund.“

Erfahren Sie mehr zu CSR-Aktivitäten:

www.csrforum.eu
www.csrgermany.de
www.csr-in-deutschland.de
www.csr-preis-bund.de
www.csr-mittelstand.de
www.csr-unternehmen.de
www.csr-wissen-mittelstand.net

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2017-06-12T11:47:51+00:00
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